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Business Development Companies BDC

Was sind Business Development Companies BDCs?

Business Development Companies BDCs sind börsengehandelte Beteiligungsfirmen, welche in kleine bis mittelgroße Firmen investieren. Diese sind in der Regel nicht börsennotiert oder haben eine nur kleine Marktkapitalisierung. Ebenso können BDCs in notleitende Unternehmen investieren, um diese zu sanieren und so zu neuem Wachstum verhelfen. Neben dem Beteiligen an diesen Firmen, können BDCs auch Fremdkapital geben und wirken so als Finanzierer. Zusätzlich können BDCs im Management ihrer Beteiligungen mitwirken, um so operativ Einfluss zu nehmen.

Durch die Beteiligung, die Finanzierung und das Mitwirken von BDCs in ihren Unternehmen erhalten sie Dividenden, Zinsen, Kapitalgewinne und Managementgebühren. Das sind die Haupteinnahmen einer Business Development Company.  Mit ihrem Beteiligungscharakter haben sie auch eine gewisse Analogie zu CEFs. Auf Grund ihrer gesetzlich regulierten Firmenstruktur, bieten BDCs einen Steuervorteil, da BDCs ähnlich wie REITs oder MLPs auf Unternehmensebene nicht besteuert werden. Dadurch haben sie meist höhere Dividendenrenditen als klassische Unternehmen. BDCs sind allerdings, auf Grund ihrer Beteiligungen in kleinere und notleidende Firmen, auch deutlich riskanter als klassische Anlageklassen.

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Warum gibt es BDCs?

1980 erließ der US-Kongress ein Gesetz, was kleinen, nicht-börsennotierten Firmen helfen sollte, leichter an Kapital zu kommen. Damit sollte einerseits das Beschäftigungswachstum angekurbelt und andererseits einen Zugang für Kleinanleger zum Wagniskapitalsektor (Venture Capital) bei solider Diversifizierung geschaffen werden. Anders als klassische Banken, sollte den Business Development Companies BDCs auch die Möglichkeit der Betreuung und Entwicklung ihrer Unternehmen im Portfolio gewährt werden, um ein gemeinsames Interesse am Erfolg des Unternehmens für alle Partien zu fördern.

Welche regulativen Kriterien muss ein BDC erfüllen?

  • „Made in USA“
  • mind. 90  % Ausschüttung
  • breit diversifiziert
  • Schuldenlimit
  • Managementbeteiligung

Business Development Companies müssen in den USA sitzen und dürfen sich auch nur an US-Unternehmen beteiligen. Mindestens 70 % ihrer Beteiligungen müssen „qualifizierte Assets“ sein, d.h. kleinere, mittlere nicht börsennotierte Firmen etc. Eine Beteiligung darf maximal 5 % des gesamten Firmenvermögens ausmachen. Sollte ein BDC eine Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen haben, so dürfen nur 10% der Stimmrechte gehalten werden. Mehrheitsbeteiligungen sollten in einem BDC generell nur 25 % der Gesamtassets ausmachen.

Alle Gewinne müssen zu mindestens 90 % an die Anteilseigner ausgeschüttet werden und Fremdkapital muss zu 200% mit Vermögen deckt sein. Damit wird ein Überhebeln durch zu viel Fremdkapital verhindert.

Wie haben BDCs in der Vergangenheit performt?

Um eine Übersicht der historischen Performance des BDC-Sektors zu erhalten, bietet sich dich der Cliffwater BDC Index als Orientierung an. Er enthält 37 BDCs nach ausgewählten Kriterien und ist bis ins Jahr 2004 zurück verfolgbar.

Analysiert man den Total Return Index von Cliffwater, so ergibt sich eine Gesamtperformance seit 2004 von ca. 250 % was einer jährlichen Rendite von ca. 7% entspricht. Dies ist analog zur Performance des S&P500 in selbem Zeitraum. Bemerkenswert ist jedoch, dass die durchschnittliche Ausschüttungsrendite in diesem Zeitraum bei 10% lag. Daher ist für Einkommensinvestoren die Anlageklasse der BDCs durchaus eine sinnvolle Ergänzung, um Vermögenssubstanz aufzubauen und gleichzeitig einen soliden Cash-Flow als Ausschüttung zu erhalten.

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Wie finde ich solide Business Development Companies?

Eine einzelne BDC zu analysieren ist durch ihre Beteiligungsstruktur nicht einfach. Anders als bei klassischen Unternehmen haben hier einfache Bewertungskennzahlen nicht die Aussagekraft.

Daher gibt es einige Punkte die vordergründig betrachtet werden sollten:

Kleine BDCs können weniger gut diversifizieren und ebenso weniger finanzieren als größere BDCs. Zudem erhalten kleinere BDCs meist kein Investmentgrade-Status von den großen Ratingagenturen, was ihre Bonität schwächt.

Hier sollte man prüfen wieviel Kredite bzw. Finanzierungen sind im Umlauf und wie ist hier das Verhältnis von besicherten zu unbesicherten Krediten? Hat ein BDC viele unbesicherte Anleihen bzw. nachrangige Kredite ausgegeben im Verhältnis zu ungesicherten, so ist das Risiko höher und kann in schwachen Phasen zu Zahlungsausfällen führen. Auch der Anteil an direkter Beteiligung über Aktien  als Eigenkapitalgeber sollte im gesunden Verhältnis stehen.

Maßgeblich relevant für das Risikoprofil eines BDC ist dessen Diversifikation. Hierbei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Unternehmen im Portfolio an, sondern zugleich um die Branchenverteilung und deren Zykluscharakter.

Gesetzlich ist BDC eine Schuldendeckung von 200 % vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass für jeden Dollar Schulden ein Dollar Vermögen entgegenstehen muss. Diese Vorschrift wurde jüngst gelockert und die Deckungsvoraussetzung reduziert. Empfehlenswert bleibt, gerade in Zeiten steigender Zinsen und rezessiven Aussichten, die alte Regelung beizubehalten und nur BDCs zu präferieren mit konservativer Schuldenquote.

Anders als bei klassischen Unternehmen lässt sich nicht einfach aus dem Nettogewinn auf die Dividendendeckung ableiten. Bei BDCs ist der sogenannte Nettoanlageertrag NII relevant zur Aussage der Dividendendeckung. Eine Deckung von mindestens 125 % ist anstrebenswert und unter 105 % sollte man meiden. Zudem gibt es bei BDCs öfters den Zusatzeffekt, dass Sonderdividenden gezahlt werden, was die absolute Gesamtausschüttungsrendite erhöht.

BDCs haben neben der Beteiligungs- und Finanzierungsfunktion auch ein aktive Managementfunktion, um den Unternehmen operativ zu helfen. Dafür kann es ein internes Management einsetzen, welches aus dem eigenen Personalstamm kommt oder auf externe Manager zurückgreifen. Letzter werden dann meist über Verwaltungsgebühren und Erfolgsboni bezahlt. Bevorzugterweise sollte eher ein BDC mit internen Management und daher keinen zusätzlichen Gebühren selektiert werden, was zusätzlich auch das Risiko eines Interessenkonflikts durch ein externes Management reduziert.

Beispiele für Business Development Companies

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Sammelanlagen für BDCs

Business Development Companies BDCs können eine großartige Anlagebeimischung sein. Einige hochwertigere Business Development Companies können durchaus die gängigen Aktienindizes übertreffen und gleichzeitig erhebliche Dividenden erwirtschaften.

Aber um verantwortungsbewusst in diese Anlageklasse zu investieren, müssen Anleger sehr sorgfältig analysieren. Wie aber kann ein Privatanleger feststellen, ob ein Portfoliomanager eines BDCs gute Arbeit leistet? Hierzu sollte tiefgründig über den BDC recherchiert werden und zudem eine beherrschbare Portfoliogröße eingehalten werden.

Wer BDCs breitgestreut und ohne tiefgründige Analyse in sein Portfolio aufnehmen möchte, kann über einen  ETF oder  Closed End Fund (CEF) direkt in eine Vielzahl von soliden BDCs investieren. Der Vorteil eines ETFs ist die zusätzliche Diversifikation als zum reinen BDC selbst. Bei CEFs kann die e aktive Komponente des Fondsmanagement, welche selektiv in der BDC-Auswahl sind, zusätzliches Risiko minimieren. Die Vielfalt von Sammelanalgen in BDCs ist allerdings begrenzt, so dass nur eine Hand voll generell zur Relevanz stehen.

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Als Beispiel für eine Sammelanlage in BDCs ist der VanEck Vector BDC ETF zu nennen. Er enthält 25 BDCs, darunter auch die bekannten Business Development Companies MAINSTREET Capital und ARES Capital. Im Zeitraum von 2013 bis 2022 brachte der ETF eine jährliche Rendite von knapp 6 % und lag damit deutlich unter der Benchmark- Gesamtrendite vom S&P500. Die Ausschüttungsrendite war mit 8 % typisch für den BDC Sektor. 

Hier zeigt sich, dass in speziellen Nischen wie den Business Development Companies Sektor schwer die Benchmark des S&P500 zu übertreffen ist.  Anstatt einer Sammelanlage, wäre die gezielte Auswahl eines der besten BDC – MAINSTREET Capital – erfolgreicher in der Gesamtperformance gewesen.

Über welchen Broker kann man in BDCs investieren?

BDCs sind keine klassische Aktie und daher nicht einfach über jeden Broker zu handeln. 

Von daher empfiehlt sich der Handel über einen internationalen Broker wie Captrader, welcher mit über 1,2 Millionen Wertpapieren wohl die größte Auswahl an Anlagemöglichkeiten bietet.

Wie finde ich die besten Dividenden-Aktien?

Die Auswahl und Analyse eines Investments erfordert ein gutes Research. Um sich in ein Unternehmen tiefer einzulesen, muss man viel Aufwand und Zeit mitbringen. Um diesen Teil der Analyse zu vereinfachen, kann man mittlerweile auf sehr qualitative und professionelle Tools zurück greifen. Diese erlauben durch ihre Datenaufarbeitung einen viel schnelleren und visualisierten Einblick in die Unternehmenszahlen und geben sehr gute und zuverlässige Prognosen über eine Aktie ab. Drei beliebte und etablierte Tools für die Aktienauswahl sind Folgende: 

Seeking Alpha | Stock Market Analysis & Tools for Investors

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