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Dividenden – warum, wieso, weshalb?

Dividende – Gewinnbeteiligung des Aktionärs

Das Wort Dividende stammt aus den Lateinischen und bedeuted soviel wie „das zu Teilende“. Die Dividende ist eine Gewinnbeteiligung welches das Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Dabei ist die Höhe der Dividende abhängig von der Ertragskraft, der  Konjukturprognose und der Firmenstrategie des Unternehmens.

Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Dividenden:

1. Bardividende: Dies ist die häufigste und bekannteste Form der Gewinnausschüttung. Hier wird vom Unternehmen der Barbetrag auf das Aktionärskonto geleitet. Man bekommt also direkt Cash auf sein Konto überwiesen.

2. Stockdividende: Hier erfolgt die Auschüttung in Form weiterer Aktien, welche der Aktionär auf sein Depot eingebucht bekommt.

3. Sachdividende: Bei Sachdividenden erhält der Anteilseinger Sachwerte, wie z.B. Waren des Unternhemens als Gewinnbeteiligung übertragen.

Warum zahlen Unternehmen Dividende?

Grundsätzlich ist die Dividende keine verpflichtende Maßnahme seitens des Unternehmens. Das Management entscheidet auf Basis der Wirtschaftlichkeit ob eine Ausschüttung sinnvoll ist.

Denn es gilt prinizpiell: Wo kann das freie Kapital bzw. der vorhandene Gewinn am profitablesten eingesetzt werden.  Sollte das Unternehmen im starken Wachstum sein und auf ständige Liquidität angewiesen sein, so ist es besser das freie Kapital direkt wieder zu reinvestieren. Dabei gilt, dass die Reinvestion mehr Rendite versprechen sollte, als das marktübliche Niveau. Denn sonst wäre das Kapital besser als Ausschüttung beim Aktionär, der damit möglicherweise selbst am Markt reinvestieren kann. Eine Zahlung der Dividende belohnt auch den Aktionär, der sein Kapital in Aktien des Unternehmens investiert hat und somit für eine gewissermassene Kursstabilität bzw. Kurssteigerung beiträgt.

Ausschüttungstermin

Die Höhe der Dividende wird auf der Hauptversammlung entschieden. Wer bis zum Stichtag die Aktie im Depot hat, ist dividendenberechtigt. Die Ausschüttung kann einmal im Jahr erfolgen, wobei dann die volle Dividende ausgezahlt wird. Dies hat für Investoren den Nachteil, dass sie immer bis zum Termin der Auszahlung warten müssen um ihre Gewinnbeteiligung zu erhalten. Im englischsprachigen Raum wird daher die Ausschüttung auf mehrere Termine im Jahr verteilt. Hier ist der Vorteil vor allem, dass die Dividende schneller wieder reinvestiert werden kann und so ein kleiner Renditevorsprung möglich ist. Zudem ist der psychologische Effekt der Belohnung viel häufiger, was Investoren mehr bei Laune hält.


Ausschüttungsintervalle:

einmal pro Jahr

meist bei deutschen oder europäischen Firmen

zweimal im Jahr

vorrangig bei britischen oder anderen europäischen Unternehmen

viermal im Jahr

hauptsächlich bei amerikanischen, kanandischen und australischen Firmen

zwölfmal im Jahr

meist bei Sonderformen von Aktien wie REITS (Real Estate Investment Trust, IncomeTrusts, MLP (Master Limited Partnerships) oder BDC (Business Development Companies)

Kennzahlen zur Dividende

Die Dividende selbst ist nur ein Betrag den das Unternehmen je Aktie ausschüttet. Um diesen Wert besser in Relation zur Bewertung zu sehen, gibt es einige wichtige Kennzahlen, in welche die Dividende einbezogen wird.

1. Dividendenrendite: Die Dividendenrendite ist wohl die bekannteste Kennzahl, wenn es um die Betrachtung der Dividende geht. In der Tat ist sie auch für die Erstbetrachtung ein maßgeblicher Bewertungsfaktor. Die Berechnung erfolgt durch den Quotienten aus Dividende und Kurswert.

Jedoch sollte die Dividendenrendite niemals als alleingier Faktor für die Bewertung der Dividendestärke herangezogen werden. Dies soll bedeuten, dass nur durch einseitige Auswahl einer hohen Dividendenrendite das Verlustrisiko deutliche steigen kann. Grund dafür ist, dass eine hohe Dividendenrendite auch ein Indikator für ein Problem innerhalb des Unternehmens sein kann. Meist ist hier der Kurs in den letzten Wochen oder gar Monaten signifikant gefallen.



Daher sind zur Anwendung einer Dividendenstrategie noch mehrere Kennzahlen zur Bewertung notwendig. Eine wesentliche davon ist die Folgende.



2. DividendenwachstumDas Dividendenwachstum gibt an, wie sich die Dividende zum Vorjahr bzw. in der Historie entwickelt hat. Wirtschaftet ein Unternehmen solide und erhöht jedes Jahr den Gewinn, so verfügt es in der Regel auch über mehr Ausschüttungsvolumen an Dividende. Daher können gute Unternemen ihre Dividende jedes Jahr erhöhen. Betrachtet man nun einen Zeitraum von 5, 10 oder gar 20 Jahren, so lässt sich das durchschnittliche Dividendenwachstum pro Jahr berechnen.


Erhöht das Unternehmen jedes Jahr seine Dividende, so ist dies ein Qualitätsmerkmal welches in Relation zur aktuellen Dividendenrendite gesetzt werden kann. Eine historisch jährig erhöhte Dividende in Verbindung mit einer solide hohen Dividendenrendite ist ein Merkmal für ein attraktives Investment, welches mit der folgenden Kennzahl weiter untersucht werden sollte.


3. Auschüttungsquote: Die Ausschüttungsquote oder Pay-Out-Ratio genannt, gibt an wieviel vom erwirtschafteten Gewinn als Dividende ausgeschüttet wird. Hier gibt es je nach Unternehmen, Unternehmensform und Unternehmenspolitik keinen einheitlichen Wert, welcher die Qualität der Auschüttungsstärke darstellt. 
Unternehmen mit mit hohen Investitionsbedarf oder junge, stark wachsende Unternehmen, haben in der Regel einen niedriges Pay-Out-Ratio da sie den Gewinn wieder reinvestieren. Bei Unternehmen mit niedirgen Investitionskosten und stabilen unzyklischen Geschäftsmodell ist der zur Verfügung stehende Gewinn weit höher.