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High-Yield-Bonds

Was sind High-Yield-Bonds?

High-Yield-Bonds sind eine Unterklasse der Bonds, wobei der Name Bonds in Deutschland als Anleihe bekannt ist.

Anleihen sind vereinfacht gesagt, das Pendant zur Aktie. Die Aktie ist ein verbriefter Anteilsschein eines Unternehmens, bei dem der Investor Geld für die Beteiligung am Unternehmen zahlt und so die Aktie erwirbt. Der Aktionär ist damit Mitinhaber der Firma und an dessen Erfolg oder Misserfolg beteiligt. Die Aktie zählt somit zum Eigenkapital eines Unternehmens, da die Aktionäre Eigner der Firma sind.

 

Eine Anleihe ist lediglich ein Schuldschein eines Unternehmens, welchen es an Investoren verkauft und dafür Geld erhält. Die Investoren erhalten das Geld nach einer vereinbarten Zeit zurück und bekommen zusätzlich einen Zins. Dieser Prozess ähnelt somit eher einer Kreditvergabe, bei der der Investor der Kreditgeber und das Unternehmen der Kreditnehmer ist. Wie bei einem Kredit auch, ist es das einzige Ziel des Investors sein Geld zurückzuerhalten und zusätzlich für das eingegangene Risiko eine Entschädigung als Zinszahlung zu erhalten. Der Anleger ist bei einer Anleihe nicht an der Entwicklung des Unternehmens beteiligt und zählt zu den Fremdkapitalgebern, da Anleihen als Fremdkapital eingestuft werden.

 

anleihe

High-Yield-Bonds oder übersetzt Hoch-Zins-Anleihen gehören ebenfalls zu der Assetklasse der Anleihen. Sie zeichnen sich dadurch aus, einen besonders hohen Zins zu zahlen. Doch warum sollte ein Unternehmen mehr Zinsen auf geliehenes Kapital zahlen, als es möglichweise durch einen regulären Kredit zahlen müsste? Dies liegt meist daran, das Unternehmen oder auch Staaten auf Grund ihres Risikoprofils kein oder nur schwer Fremdkapital bei Banken beschaffen können. Daher müssen sie über den freien Kapitalmarkt durch Anleiheemission Geld einsammeln, jedoch (bedingt durch das potenziell höhere Ausfallrisiko) mit hohen Zinszahlungen.

So finden sich unter den Emittenten von High-Yield-Bonds meist Unternehmen, welche aktuell in „turbulenten“ Zeiten stecken oder generell ein niedriges Kreditrating haben. Aber auch Staaten können als Emittent von High-Yield-Bonds auftreten. Hierunter finden sich meist Schwellenländer oder Staaten mit wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Schwierigkeiten.

Wer beeinflusst, ob eine Anleihe eine Hoch-Zins-Anleihe ist?

Gibt es auf eine Anleihe einen deutlich höheren Zins als der marktübliche Zins, so kann man diese Anleihe als High-Yield-Bonds bezeichnen. Aktuell liegt das Zinsniveau für Hochzins-Anleihen bei über 5 %. Aber warum muss ein Unternehmen so viel mehr an Zinsen zahlen, als für einen konventionellen Kredit?

Dies liegt in der Regel an den Rating-Agenturen, welche den Anleihe-Emittenten nach seiner planmäßigen Zins- bzw. Kapitalzahlung bewerten und beurteilen, wie sicher die Rückzahlung des Kapitals ist.  Wird für ein Unternehmen oder auch Staat angenommen, dass für die Rückzahlung ein bestimmtes Ausfallrisiko besteht, so werden diese Schuldner mit einem niedrigen Rating bewertet. Das führt dazu, dass die Emittenten mehr Risikoprämie bzw. Zins zahlen müssen, um ihre Anleihen zu verkaufen und damit an Kapital zu kommen. Dies Anleihen werden dann als High-Yield-Bonds oder Hochzins-Anleihen klassifiziert.

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Wie ist das Bewertungssystem der Ratingagenturen?

Von den weltweit über 100 Ratingagenturen, sind drei große amerikanische Agenturen mit über 95% Marktanteil dominierend. Diese drei Rating-Agenturen heißen Standart & Poor´s, Moody´s und Fitch. Sie arbeiten nach einen Bewertungsprinzip, welches grob zwischen „investierbar“ bzw. Investment-Grade und „spekulativ“ bzw. Non-Investment-Grade differenziert. Innerhalb der jeweiligen Sparte wird nochmals feiner unterteilt.

Die Methodik der Bewertung solcher Agenturen beruht auf Datensammlungen der Schuldner, welche dann zur Berechnung einer Note herangezogen werden. Über Details der Vorgehensweise bzw. genauen Berechnungen wird allerdings wenig von den Agenturen bekannt gegeben.

Um sich nicht nur auf die intransparente Bewertung der Rating-Agenturen zu verlassen, sollte bei der Auswahl der Anleihe auch auf die fundamentalen Daten des jeweiligen Emittenten geschaut werden. Hierbei steht vor allem der Cash-Flow und die Verschuldung bzw. Zinskosten im Vordergrund, denn diese Werte geben Auskunft darüber, ob die Zinsen und letztlich auch die Rückzahlung der Anleihe möglich ist.

Wie haben High-Yield-Bonds im Vergleich zum Aktienmarkt performt?

High-Yield-Bonds haben auch den Namen als sogenannte Junk-Bonds oder „Rammsch-Anleihen“. Hoch-Zins-Anleihen sind auch „Schuldscheine“ von riskanteren Schuldnern, aber dennoch war die Performance und die Volatilität besser als ihr Ruf. Als eigenständige Anlageklasse neben den Aktien, ist die Performance in Bezug zur Korrelation durchaus attraktiv.

high-yield-bonds

Vergleicht man die letzten 20 Jahre die Total Return Performance vom S&P500 mit dem BOFA US High-Yield Index, so liegen diese trotz einer Outperformance von Aktien nicht weit auseinander. Während sich der S&P500 in den letzten 20 Jahren verfünffachte, konnte sich der BOFA US High-Yield Index in diesem Zeitraum vervierfachen, bei gleichzeitig geringerer Volatilität. Dies liegt vor allem daran, dass die ausschüttende Komponente der Gesamtrendite einen höheren Stellenwert einnimmt und für Stabilität sorgt. Ein weiterer Vorteil kommt bei Anlegern von Anleihen noch hinzu. Kommt es zu einer Insolvenz des Emittenten, so werden die Anleiheinvestoren vorrangig der Aktionäre bedient und bekommen damit eher und wahrscheinlicher ihr Geld zurück

Wie kann ich in High-Yield-Bonds investieren?

Der Großteil der Anleihen ist über ein Kürzer oder eine Wertpapierkennnummer bei den meisten Brokern handelbar. Der Markt für Anleihen ist größer als der Aktienmarkt. Dennoch sind Anleihen und besonders Hochzins-Anleihen nicht so liquide wie Aktien. Dies bedeutet, dass der Handelsumschlag geringer und seltener ist, so dass nicht zu jedem Zeitpunkt Käufer und Verkäufer einen fairen Preis miteinander finden. Zudem sollte bei einer Investition in Hochzins-Anleihen auf Grund des höheren Ausfallrisikos auf eine breite Streuung geachtet werden.

Daher nutzen viele High-Yield-Bond Investoren auch Sammelanlagen, wie Anleihen-ETFs.

Vorteile von High-Yield-Bond ETFs

Die Investition und Selektion von High-Yield-Anleihen, ist praktisch nicht vergleichbar mit der Auswahl von Aktien. Neben den fundamentalen Kriterien sollte auch die Laufzeit und die Liquitität der jeweiligen Anleihe im Fokus stehen. Zudem sind sie Stückelungen der Anleihe auch zu beachten, welche meist ab 1000 € erst beginnen. Wer also ein breites High-Yield-Bonds Portfolio  in einem gut diversifizierten Gesamtportfolio aufbauen will, muss eine solide Mindestanlagesumme investieren.

Um dies zu umgehen bzw. zu optimieren und dennoch die Auswahl von Anleihen aus dem Hochzinsumfeld breit zu streuen sowie Klumpenrisiken zu meiden, sollte auf einen ETF für diese Anlageklasse setzen. Hier werden in der Regel Hoch-Zins-Anleihen Indizes nachgebildet, welche eine Vielzahl verschiedener Anleihen unterschiedlichster Emittenten und  Laufzeiten enthalten. Diese ETFs schütten meist auch monatlich oder zumindest vierteljährlich ihre Zinserträge aus, was die Sicherung des Cash-Anteils begünstigt.

Nachteile von High-Yield-Bond ETFs

Neben dem Risiko der Anlageklasse selbst, gibt es auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko des ETFs an sich. Anleihe-ETFs können zwar theoretisch alle Anleihen des zu replizierenden Index nachkaufen, doch praktisch fehlt es oft an Liquidität der einzelnen Anleihe. Das heißt die Anleihe ist zwar am Markt vorhanden, steht aber gerade nicht zum Kauf oder Verkauf. Dies bedeutet, dass der ETF bei neuen Kapitalzufluss von den Anlegern nicht zu jedem Zeitpunkt die Anleihe kaufen kann und möglicherweise erst später zu teurerem Preis ausgeführt wird. Dies kann genauso auch umgedreht erfolgen. In volatileren bzw. hysterischen Marktphasen, steht dem ETF beim Verkauf von Anleihen kein Käufer am Markt zum fairen Preis zur Verfügung.

Daher sollten High-Yield-Bonds ETFs im Portfolio nur mit überschaubarem Anteil aufgenommen werden. Zudem sollte man diese ETFs auch nicht als Tradinginstrument sehen, sondern eher als Einkommen-generierentes Anlageprodukt, welches langfristig im Portfolio bleibt.

Beispiele für High-Yield-Bond ETFs

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Über welche Broker kann ich High-Yield-Bond-ETFs kaufen?

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Wie finde ich die besten Dividenden-Aktien?

Die Auswahl und Analyse eines Investments erfordert ein gutes Research. Um sich in ein Unternehmen tiefer einzulesen, muss man viel Aufwand und Zeit mitbringen. Um diesen Teil der Analyse zu vereinfachen, kann man mittlerweile auf sehr qualitative und professionelle Tools zurück greifen. Diese erlauben durch ihre Datenaufarbeitung einen viel schnelleren und visualisierten Einblick in die Unternehmenszahlen und geben sehr gute und zuverlässige Prognosen über eine Aktie ab. Drei beliebte und etablierte Tools für die Aktienauswahl sind Folgende: 

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