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Preferred Shares

Was sind Preferred Shares?

Preferred Shares oder auch Preferred Stocks genannt, heißen übersetzt Vorzugsaktien. Dabei ist zu unterscheiden, dass Vorzugsaktien aus dem amerikanischen Raum nicht identisch mit den Eigenschaften von europäischen bzw. deutschen Vorzugsaktien sind. Sprechen wir von Preferred Shares, so beziehen wir uns auf die amerikanische Form der Vorzugsaktie.

Preferred Shares sind hybride Wertpapiere mit Eigenschaften von Aktien und Anleihen. Diese Anlageform existiert schon seit mehreren Jahrzehnten hauptsächlich in den USA und Kanada und macht mittlerweile eine Gesamtvolumen von über 100 Milliarden Dollar aus. Sie sind finanzrechtlich Aktien, so dass der Zinskupon als Dividende behandelt wird. Bilanziell zählen sie zum Eigenkapital eines Unternehmens und belasten nicht die Verschuldungsquote.  Im Gegensatz zu den klassischen Stammaktien haben die Aktionäre von Preferred Shares kein Stimmrecht, werden dafür im Falle einer Insolvenz vorrangig bedient.

Während in Kanada nahezu jedes Unternehmen Preferred Shares ausgeben kann, ist dies in den USA nur für Banken, Versicherungen, Fonds, REITs und öffentlichen Versorgungsunternehmen möglich.

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Warum gibt es Preferred Shares/Stocks?

Unternehmen können sich hauptsächlich über Kredite bei Banken, die Ausgabe von Anleihen oder das Emittieren von Aktien finanzieren. Alle drei genannten Finanzierungsarten sind Standard bzw. werden regulär auch angewandt. Trotzdem haben sie Nachteile, welche zusätzliche Finanzierungsrunden erschweren können.  Während die Kreditvergabe von Banken sehr streng und regulativ ist, kann die Ausgabe von Anleihen das Bonitätsrisiko und die Schuldenlast erhöhen. Bei der Ausgabe neuer Aktien werden die Altaktionäre mit ihren Anteilen verwässert, was den einzelnen Anteilswert reduziert.

Um diese Nachteile zu vermeiden, bietet sich eine Finanzierung über Preferred Stocks für Unternehmen an. Sie umgeht alle oben genannten Nachteile, da Preferred Shares als Aktiengattung kein Fremdkapital ist und nicht den Verschuldungsgrad erhöht. Gleichzeitig ist sie eine eigene Aktienlinie und beeinflusst nicht die Stammaktien bzw. die Anteilsverteilung der Altaktionäre. In Kanada kann zudem die Ausschüttung der Dividende als Betriebskosten angerechnet werden.

Für Investoren ist die Sondergattung Preferred Shares ebenso vorteilhaft, da sie bei geringer Kursschwankung, vorhersehbare und nahezu planbare hohe Einkommensströme generiert. Besonders wegen der geringen Volatilität von Preferred Shares sollte sie als defensive Anlageklasse einen signifikanten Anteil im Portfolio ausmachen.

Welche Fakten sollte man wissen?

Preferred Shares werden in der Regel zu einem festen Preis von 25 USD pro Anteil emittiert. Der Käufer dieses Anteilsscheins erhält einen Kupon als Dividendenzahlung, welcher meist monatlich oder pro Quartal ausgezahlt wird. Dieser Kupon kann festgeschrieben (fixed rate) oder variabel (floating rate) sein. Bei einem fixen Kupon wird z.B. 5% Dividende pro Jahr gezahlt, welche auch in den Folgejahren nicht erhöht wird. Bei variablen Kupons kann die Auszahlung abhängig von der Inflation oder des Leitzinses angepasst werden. Oftmals gibt es bei dieser Form einen Mindestkupon, welcher durch einen marktabhängigen Zusatzkupon ergänzt wird.

Preferred Shares können eine begrenzte Laufzeit haben (retractable) oder sie bleiben permanent im Umlauf (perpetual). Bei befristeten Preferred Shares gibt es somit ein festes Datum, an dem die Papiere vom Emittenten zurückgekauft werden. In der Regel liegt der Rückkaufspreis beim Ausgabepreis von 25 USD und kann als Cash oder optional als Stammaktie gezahlt werden.

Bei unbefristeten Preferred Shares behält sich der Emittent meist dennoch das Recht vor, einen sogenannten Call-Date zu setzen. Ab diesem Zeitpunkt ist es dem Emittenten möglich, ebenso die Anteile zu einem im Emissionsprospekt definierten Rückkaufswert zurückzunehmen. Diese Option kann er ausüben, muss es aber nicht.

Preferred Stocks, welche zu einem festen Preis ausgegeben und auch garantiert wieder zurückgekauft werden, können zu einem Rabatt bzw. Aufschlag gehandelt werden. Dies bedeutet, dass z.B. eine Preferred Share einen aktuellen Kurs bzw. Kaufpreis von 23 $ hat, der garantierte Rückkauf aber bei 25 $ liegt.  Hier ergibt sich ein Discount oder Rabatt von 8 %, was umgedreht die Dividende um 8 % verbessern würde. Das gleiche Prinzip gilt auch nachteilig umgekehrt mit einem Aufschlag auf den Emissionspreis.

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Wie findet man die richtigen Preferred Stocks?

Die Preferred Share selbst ist nur eine weitere Eigenkapitallinie eines Unternehmens. Hier sollte zunächst erst einmal geprüft werden, wie die fundamentale Lage der Firma ist bzw. wie die Zahlungsfähigkeit der Dividende gewährleistet wird. Denn nur wenn es sich um ein gesundes Unternehmen handelt, kann auch die Preferred Share mit Ausschüttung bedient werden und ein möglicher Rückkauf der Aktien ist durch Kapital gedeckt.

Zur Bewertung der Preferred Shares gibt es zudem eine 5-stufige Skala, welche von zwei Ratingagenturen Standard & Poor sowie Dominion Bond Rating geratet werden. Hier wird die finanzielle Gesundheit und Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfall bewertet. Ebenso wie bei Anleihen erhalten die Wertpapiere dann Bewertungen von SUPERIOR bis HIGHLY SPECULATIVE bzw. INVESTMENT GRADE oder NON-INVESTMENT GRADE.

Die Bezeichnung von Preferred Shares ist in der Regel das Tickersymbol der Stammaktie plus das Kürzel PR und einer Serienbezeichnung (A,B,C,…). So hat z.B. die Vorzugsaktie vom bekannten REIT Realty Income das Kürzel O.PRE für die Serie E. Mit dieser Abkürzung kann man grundsätzlich bei seinem Broker oder in speziellen Portalen nach der gewünschten Preferred Share suchen.

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Sammelanlagen für Preferred Shares

Die Vielfältigkeit und die Komplexität dieser Anlageklasse ist für viele Anleger herausfordernd. Wie für fast alle Anlagebereiche, gibt es dafür aber auch Sammelanlagen als ETF oder Closed End Fund (CEF). Hier umgeht man die komplexe Selektion und diversifiziert in eine Bandbreite solider Werte.

Die Auswahl an ETFs für Vorzugspapiere ist überschaubar. Allerdings gibt es eine gute Auswahl an Closed End Funds mit beeindruckenden Entwicklungen. Einige Werte sind nachfolgend als Beispiel aufgeführt.

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Über welchen Broker kann man in Preferred Stocks investieren?

Preferred Shares sind keine klassische Aktie und daher nicht einfach über jeden Broker zu handeln. 

Von daher empfiehlt sich der Handel über einen internationalen Broker wie Captrader, welcher mit über 1,2 Millionen Wertpapieren wohl die größte Auswahl an Anlagemöglichkeiten bietet.

Wie finde ich die besten Dividenden-Aktien?

Die Auswahl und Analyse eines Investments erfordert ein gutes Research. Um sich in ein Unternehmen tiefer einzulesen, muss man viel Aufwand und Zeit mitbringen. Um diesen Teil der Analyse zu vereinfachen, kann man mittlerweile auf sehr qualitative und professionelle Tools zurück greifen. Diese erlauben durch ihre Datenaufarbeitung einen viel schnelleren und visualisierten Einblick in die Unternehmenszahlen und geben sehr gute und zuverlässige Prognosen über eine Aktie ab. Drei beliebte und etablierte Tools für die Aktienauswahl sind Folgende: 

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